Trachten des Ossolatals

Die Trachten des Ossolatals sind ein Zeugnis von absolutem Wert, das heute mit einem wertvollen und konstanten Werk des Schutzes und der Aufwertung eine der interessantesten Erinnerungen an die Vergangenheit der Berge darstellt.
1780 veröffentlichte der Kupferstecher Antonio Maria Stagnon fünf Farbtafeln, die Ossola und seinen Trachten gewidmet sind. Dieses Werk stellt auch heute noch ein anthropologisches Gedächtnis von großem Wert dar, denn, wie der Autor in einem Präsentationsschreiben schreibt, „tragen die verschiedenen Farben und Modelle dazu bei, die unterschiedlichen Charaktere der Bevölkerung beschreiben“.
Stagnon widmete viele Werke den Menschen der Ossolatäler, insbesondere des Anzascatals und des Vigezzotals, die in Abhängigkeit von der Person, die auf den Gemälden abgebildet ist, manchmal bescheidenere, manchmal reichere Trachten darstellen. Die eleganteste und reichste Tracht von Stagnon ist jene der Siora Peppa von Craveggia im Vigezzotal: ein Mieder, das an der Taille durch einen kostbaren Gürtel mit einer goldenen Schnalle befestigt ist, eine verzierte Jacke, ein Schal, der sich um den Nacken schmiegt und ein schwarzer Filzhut mit einer vollen Kopfkuppel, die mit einem goldenen Band umrandet ist.
Die Trachten des Vigezzotals, des Tals der Maler, sind vielleicht die wertvollsten und wurden auch von lokalen Malern in der Zeit der Porträtmalerei aufgegriffen, was in unserer Zeit großartige Beispiele für Frauenporträts der berühmtesten Künstler von Vigezzo mit sich gebracht hat.
Die „ärmsten“ Trachten kommen aus den Tälern von Antrona, Formazza und Anzasca – „arm“ deshalb, weil sie eine alltägliche Bergkleidung waren, die für die Arbeit auf den Feldern verwendet wurde und daher zwangsläufig weniger elegant war.

Heute gibt es auch Zeugnisse der Trachten der Bauern von Domodossola aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: ein dunkelgrüner Redingote, ein langer hellblauer Rock mit breiten Falten, der mit einer roten Rüsche am Boden endet, die typischen Stoffschuhe und ein Taschentuch, das um den Nacken gebunden wird.

Schwarzweiß Fotografien und Postkarten aus der Zeit zwischen 1800 und 1900 sind immer noch wertvolle Zeugnisse der damaligen Trachten von Ossola: Insbesondere die auf einer Postkarte vom Anfang des 20. Jahrhunderts dargestellte Tracht von Macugnaga, die gleich sind wie die, die Frauen im Anzascatal noch heute bei Prozessionen oder wichtigen Anlässen tragen.
Eine sehr interessante Tracht ist auch jene von Antronapiana im Antronatal, die bis 1930 getragen wurde. Arcum oder Awsti war der Dialektname des alten Kleides, das mit der Mezzalana (einer Kette aus Hanf und einem Wollgeflecht) hergestellt wurde, das zuerst gefaltet und dann nach örtlicher Tradition in einem Wasserbad gefärbt wurde, in dem zuvor Walnussschalen gekocht worden waren.
Ein fester Bestandteil der Tracht von Antronapiana ist der Puncetto, eine kostbare Nadelspitze, mit der die Frauen des Ossolatals noch heute ihre Blusen und einen Teil ihrer Haushaltswäsche schmücken.

Die Verbindung mit den typischen Trachten hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts gelockert, doch heute sind die Trachten dank der zahlreichen Folkloregruppen des Ossolatals zurückgekehrt, um angewendet und aufgewertet zu werden: Unter den typischen Trachten, unterschidlich auf der Grundlage von Ortschaften und Gruppen, findet man die, die Müttern und Großmüttern gehörten und die als historisches Verbindungsglied fungierten.
Die Gelehrte Rina Chiovenda Bensi sagte: „Die Kleidung einer Alpengemeinschaft ist ein Spiegel, der die Grenzen, Werte und Ausrichtungen der Zugehöriger verschiedener Gruppen wiedergibt. Hinter dem Bild der Kleidung kann man die Sprache der Gemeinschaft in Formen, Farben, Stoffe usw. übersetzt lesen.“

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